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Verhaltenstherapie & Gesundheitsberatung für Haustiere - Verkauf von Frostfleisch

Eine neue Katze /Kater soll ins Haus



Bild von: http://www.heidi-bollich.com/

Eine neue Katze/ Kater soll ins Haus.
 
Kennen Sie das auch? In der Zeitung ist ein niedliches Kätzchen abgebildet und Sie überlegen, ob Sie diese süße Samtpfote zu sich holen sollten.
 
Verwerfen Sie diesen Gedanken bitte sofort wieder, denn EINE Katze, ist eine ganz schlechte Idee, nehmen Sie bitte mindestens zwei.
Wenn Sie schon eine Katze haben, sollte die neue Katze auch zu ihrer alten passen, ansonsten hängt ganz schnell der Haussegen schief.
 
Genau davor haben viele Angst und verwerfen diese Idee wieder, weil Ihre Katze sich nicht mit anderen verträgt. So oft höre ich: „Meine Katze ist gern Einzellkatze“.
Leider ist dies nur bei ganz wenigen Ausnahmen wirklich der Fall.
In Wahrheit wurde ihre Katze zur Einzelkatze erzogen. Sie, oder die Vorbesitzer haben sie in Einzelhaltung gehalten, so dass sie kein normales Sozialleben unter Artgenossen erlernen konnte.
 
Da sich in  Einzelhaltung oft psychische Probleme zeigen, sollte man den Weg der Vergesellschaftung nicht scheuen.
Ja, es wird anstrengend,
ja, Sie und ihr Tier werden eine stressige Zeit haben,
ja, es wird auch Geld kosten.
 
Doch versetzen Sie sich mal in die Lage Ihrer Katze. Würden Sie gerne ein Leben lang alleine Leben wollen?
Wenn ich dies manchen Kunden sage, bekomme ich die Antwort: „Sie ist doch gar nicht allein, sie hat doch noch uns Menschen oder den Hund.“
Doch ich sage, Sie ist allein. Würden Sie ein Leben lang ohne menschlichen Kontakt leben wollen?
Nein, das macht Sie krank! Sie wollen sich mit Freunden oder der Familie treffen und Ihr Hund macht dies auch, wenn Sie mit ihm spazieren gehen. Im Normalfall hat ihr Hund draußen die Möglichkeit sich mit befreundeten Hunden auszutauschen.
Ihre Katze muss Zuhause auf Sie warten. Ein Leben in Isolation.
Daher lohnt es sich eine Vergesellschaftung gut zu planen und zu beginnen.
 
Beginnen wir mit den nötigen Vorbereitungen bevor die neue Katze überhaupt ein Gesicht oder Namen hat.
Ist Ihre Katze stabil? Ist Sie körperlich und geistig gesund, um eine Vergesellschaftung gut zu verkraften? Hat sie viel Angst, oder zeigt sie andere auffällige Verhaltensweisen?
Lassen Sie Ihr Tier beim Tierarzt durchchecken.
Beginnen Sie mit einer Bachblütentherapie.
(Bitte suchen Sie sich einen Heilpraktiker oder einen Tierpsychologen, der mit Bachblüten arbeitet. Selbst zu experimentieren oder Fertigmischungen aus dem Internet zu versuchen halte ich für Geldverschwendung, denn Ihre Katze ist einzigartig, sie ist weder ein Versuchsobjekt noch ein Fertigprodukt.)
 
Sobald Ihre Katze stabil genug ist, können Sie mit den Umbaumaßnahmen beginnen. Keine Angst, es klingt schlimmer als es ist.
Sie brauchen einen Raum, in dem die neue Katze für einige Zeit leben kann. An dem Raum, sollte eine Gittertür angebracht werden, so dass sich die Tiere sehen, riechen aber nicht  aneinander kommen.
 
Richten Sie in dem Zimmer für die neue Katze bitte alles ein, was sie braucht.
•             2 Katzenklos
(Katzen machen ihre Geschäfte gern getrennt. Um Unsauberkeit vorzubeugen ist es ratsam, 2 Katzentoiletten aufzustellen. Mehr über dieses Thema können Sie in einem anderen Artikel auf meiner Homepage auf www.trickcatting.de lesen.)
•             Wassernäpfe
•             Futternäpfe
•             Kratzbaum und Spielzeug
 
Der Grund, warum Sie jetzt schon den Raum einrichten sollen, ist Folgender:
Ihre Katze hatte bisher auch diesen Raum zur Verfügung nun ist er mit einer Gittertür geschlossen, das bedeutet, sie kann diesen Raum nicht mehr benutzen.
Würde nun schon eine neue Katze in dem Raum sitzen, wäre die neue Schuld, dass Sie nicht mehr in den Raum darf. Das sind negative Gedanken, die können doch verhindert werden.
 
Beginnen Sie nun mit der Suche nach einer passenden Katze.
Je nach dem, was Sie für ein Tier haben, sollte der passende Partner gesucht werden.
Das neue Tier sollte Ihnen zwar auch gefallen, aber es ist als Partner für Ihre Katze/ Kater gedacht.
 
Als erste wichtige Grundlage ist es ein gleichaltriges Tier zu suchen.
Ein Kitten hat ganz andere Interessen als eine Senior-Katze.
Kitten wollen spielen, sie brauchen Bewegung, Spiel, Spaß und Action. Eine Senior-Katze möchte nicht mehr über Tische und Bänke springen.
 
Sollten Sie aber eine junge Katze haben, sollte die neue Katze auch jung sein, denn nichts ist frustrierender als spielen und raufen zu wollen und die „Alte“ hat dazu gar keine Lust.
 
Bei Katzen und Katern ist es so, dass sie unterschiedlich spielen. Kater bolzen eher, was viele  Weibchen nicht mögen. Weswegen es auch bei Geschwistern, ab einem gewissen Alter,  meistens knallt und diese sich nicht mehr verstehen.
 
Nicht immer passt Kater zu Kater und Katze zu Katze. Es gibt natürlich auch ganz feminine Kater, die sich eher mit einem Weibchen verstehen und ab und zu auch Weibchen die als Kater durch gehen. Wichtig ist seine eigene Katze zu beobachten und dann entscheiden, welcher Typ zu ihr passt.
 
Sobald der richtige Partner eingezogen ist, sollten Sie ihn erstmal in den vorbereiteten Raum bringen, denn das Tier hat einiges an Stress hinter sich. (Auch in dieser Situation bietet es sich an, den Neuankömmling mit Bachblüten zu unterstützen.) Da kommt ein fremder Mensch und reißt es aus seiner alten Umgebung raus (auch, wenn die Katze aus dem Tierheim ist, lebt es dennoch dort und hat sich an dieses Leben dort gewöhnt).
Dann kam eine Autofahrt oder Ähnliches und nun ist man in einer fremden Wohnung, wo es anders riecht, alles ist fremd und auch eine andere Katze wird wahrgenommen. Stellen Sie dem Tier frisches Wasser und etwas Futter hin und lassen es am besten erstmal in Ruhe.
Besonders, wenn in Ihrem Haushalt Kinder leben, bitten Sie diese die neue Katze erstmal in Ruhe zu lassen und achten drauf, dass Dieses auch eingehalten wird.
 
Beginnen Sie am nächsten Tag mit dem Neuankömmling ein wenig Vertrauen aufzubauen. Streicheleinheiten, wenn das Tier dies zulässt, oder sogar schon mit dem Clicker-Training beginnen.
Die Zusammenführung der Katzen, sollte immer,  je nach Situation, langsam oder sogar schnell gemacht werden. Sollten Sie sich selbst unsicher sein, scheuen sie sich nicht fachkundige Hilfe zu holen.
 
Es gibt Katzen, da ist eine räumliche Trennung gar nicht weiter nötig. (bis auf den ersten Tag zum langsamen eingewöhnen.)
 
Es gibt auch Katzen, die würden sich ohne Rücksicht angreifen und können sich ernsthaft verletzen. Oft lese ich im Internet den Spruch: „ Lass die mal machen, das machen die unter sich aus.“
Von solchen Ratschlägen halte ich überhaupt nichts. Klar, klären die Katzen das unter sich, doch was kommt dabei heraus? Eine Katze wird den Kampf gewinnen und ist nun Führer des Rudels. Die andere wird unterdrückt leben müssen. Dabei hätten sie auch als gleiche Partner leben können.
Kleine Streitigkeiten machen die Katzen unter sich aus, das ist völlig richtig. Aber bei einer Vergesellschaftung, die Beiden einfach auf einander los zu lassen, halte ich für nicht wirklich förderlich,  zumal die neue Katze hier extrem im Nachteil ist. Sie kommt in ein neues Revier, ist völlig fremd.
 
Lassen Sie sich also bitte nicht von irgendwelchen Tipps von Haltern verunsichern. Oft höre ich diese Ratschläge von Menschen die mit 5 oder mehr Katzen zusammenleben.
Fragt man aber mal genauer nach, ist mindestens eine davon unsauber.
 
Also lassen Sie sich nicht verunsichern. Holen Sie sich, wenn Sie nicht weiter wissen, einfach Hilfe bei der Vergesellschaftung.


Bild von: http://www.heidi-bollich.com/


Fallbeispiel:
 
Katze Maya lebt allein. Die Halterin merkt, dass Maya allein sehr unglücklich ist, da Herrchen und Frauchen oft 10 h arbeiten müssen.
Eine Vergesellschaftung mit einem jungen Kater hat nicht geklappt (kein passender Partner).
 
Die Halterin fängt an, das Ganze zu hinterfragen, beließt sich, kauft viele Bücher.
Nach langer Suche findet sie die passende Katze. Emma zieht ein. Die Vergesellschaftung geht langsam aber stetig voran.
Emma und Maya werden beide mit Bachblüten unterstützt.
Emma hält sich überwiegend auf Arbeitsflächen, Tischen und Fensterbrettern auf. Sobald sie auf dem Boden läuft, fängt Maya ansie zu jagen und anzufauchen.
Da es hier keine großen Kämpfe gibt, waren Maya und Emma nur kurz zu Eingewöhnung von Emma  getrennt.
 
Nach 2 Monaten schaut das Ganze so aus. (Siehe Bild)
 
Ich finde es super, dass sich die Halterin Gedanken gemacht hat und den Weg der Vergesellschaftung gegangen ist. Denn, Maya ist nun keine 10 h mehr alleine und kann sich mit Emma beschäftigen.
Emma lebte bei einem Züchter, wo das Rudel langsam größer wurde, Emma fand das nicht mehr wirklich schön, weshalb sie in ein besseres Zuhause vermittelt werden sollte.
 
Abschließend kann ich sagen, dass für beide Katzen hier ein Happy End und ein wunderschöner Platz gefunden wurde. Ich wünsche Frauchen und Herrchen weiterhin super viel Spaß und Freude mit Emma und Maya.
Haben Sie auch solche Sorgen? Dann melden Sie sich doch bei mir.

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